Welche Gießmasse für Latexformen? 10 Materialien im Praxistest
Welche Gießmasse für Latexformen? 10 Materialien im Praxistest
Für Latexformen eignen sich Raysin, Xyrarock* und Stewalin am besten – sie sind einfach anzurühren, härten schnell aus und ergeben glatte, detailreiche Figuren. Für Außendeko funktioniert Weißzement oder Beton mit Sand am zuverlässigsten, braucht aber mehr Geduld beim Aushärten. Ich habe 10 Materialien selbst getestet – hier sind meine ehrlichen Erfahrungen.
Für Innen & feine Details
Diese Materialien eignen sich besonders für Figuren die drinnen aufgestellt werden – Fensterbänke, Regale, Tische. Sie sind einfach zu verarbeiten, verzeihen kleine Fehler und hätten in wenigen Stunden aus.
Raysin 100 / 200 – meine erste Empfehlung
Raysin von Rayher Hobby ist mein Standardmaterial für Anfänger. Es lässt sich problemlos anrühren, fließt gut in die Form und ergibt ein sauberes, gleichmäßiges Ergebnis. Raysin 100 ist etwas weicher, Raysin 200 härter und damit stabiler bei filigranen Details. Wer dunkle Figuren ohne Bemalung möchte, greift zu Raysin 250 – das ist die schwarze Variante. Aushärtezeit: wenige Stunden.
Xyrarock – meine neue Entdeckung
Xyrarock verwende ich seit etwa zwei Monaten und bin begeistert. Die Handhabung ist ähnlich wie Raysin – unkompliziert, gutmütig beim Anrühren. Das Ergebnis ist sehr sauber und detailreich. Wer eine Alternative zu Raysin sucht oder mal etwas anderes ausprobieren möchte: Xyrarock lohnt sich.
Stewalin – genauso einfach wie Raysin
Stewalin* ist in der Verarbeitung mit Raysin vergleichbar. Einfach anrühren, einfüllen, warten. Für Einsteiger genauso geeignet. Wer Stewalin schon zu Hause hat oder günstig bekommt, kann problemlos damit arbeiten. Stewalin gibt es laut Hersteller auch in Schwarz – ich habe die schwarze Variante selbst noch nicht getestet und kann dazu noch nichts sagen.
Keraflott – für schöne Oberflächen
Keraflott ergibt eine etwas andere Oberfläche als Raysin – eher keramisch wirkend. Für Figuren die unbemalt bleiben und trotzdem edel aussehen sollen, eine gute Wahl. Verarbeitung ebenfalls unkompliziert.
Alabastergips – enttäuschend
Ehrlich gesagt hat mich Alabastergips nicht überzeugt. Viele schwärmen davon und behaupten er sei deutlich stabiler als normaler Gips – das konnte ich in der Praxis nicht bestätigen. Bei filigranen Stellen bricht er genauso wie normaler Modellgips. Wer Gips verwenden möchte, sollte zu Hartgips oder Dentalgips greifen – die sind tatsächlich stabiler.
Für Außen & robuste Ergebnisse
Für Gartendeko die Wind, Regen und Frost standhalten soll, kommen andere Materialien zum Einsatz. Die Verarbeitung ist etwas anspruchsvoller – aber wenn man das Mischverhältnis einmal heraus hat, funktioniert es zuverlässig.
Weißzement & Beton mit Sand – für draußen
Für Außenfiguren nehme ich Weißzement oder Beton-Estrich mit weißem Quarzsand im Verhältnis 1:3. Die Konsistenz sollte an Joghurt erinnern – nicht zu flüssig, nicht zu fest. Viele sind am Anfang unsicher beim Mischverhältnis und der richtigen Konsistenz, aber das kriegt man schnell raus. Wichtig: Beton nie in der Sonne aushärten lassen, lieber leicht feucht halten und mindestens 24 Stunden warten. Die Aushärtezeit ist deutlich länger als bei Raysin oder Xyrarock.
Bodenausgleichsmasse – die Überraschung
Das war meine größte Überraschung beim Testen. Wenn man die Bodenausgleichsmasse* anrührt und einfüllt, sieht es erst mal nicht danach aus als würde das was werden – die Konsistenz und Farbe wirken ungewohnt. Aber das Ergebnis hat mich wirklich erstaunt: Die Oberfläche ist super glatt und gleichmäßig. Die Figur kommt anthrazitfarben aus der Form, wird aber nach dem vollständigen Trocknen ein hübsches, gleichmäßiges Grau. Das Ergebnis war so schön dass ich es gleich für Produktfotos verwendet habe – ein Hase damals. Für kleinere Figuren mit klaren Konturen empfehle ich die Bodenausgleichsmasse ausdrücklich.
Vito Piano Feinbeton grau – enttäuschend
Der graue Feinbeton von Vito Piano (Hersteller Backstein) hat mich nicht überzeugt. Die Oberfläche wird fleckig und ungleichmäßig – das sieht nicht schön aus und lässt sich kaum wegschleifen. Für Figuren die unbemalt bleiben sollen, würde ich dieses Material nicht nehmen.
Vito Piano Feinbeton schwarz – gut, aber mit Tücke
Die schwarze Variante liefert gute Ergebnisse – die Figuren kommen sauber aus der Form. Aber Achtung: Die schwarze Farbe setzt sich in der Latexform fest. Danach kann man kein helles Material mehr in dieselbe Form einfüllen – die Farbe hängt sich zu stark an den Latex. Wer die schwarze Variante nutzt, sollte die Form danach ausschließlich für schwarze Güsse verwenden.
Steinguss II weiß – mit Einschränkungen
Beim weißen Steinguss II tauchen beim Aushärten Luftblasen auf, die besonders an ungünstigen Stellen hängenbleiben – zum Beispiel zwischen Hals und Kinn bei Figuren mit Kopf. Diese Blasen lassen sich kaum wegschleifen, das würde ewig dauern. Für Figuren mit klaren, glatten Flächen eher nicht geeignet.
Meine Empfehlung für Anfänger
Für drinnen: Fang mit Raysin 200* an. Es ist einfach zu handhaben, schnell fertig und das Ergebnis ist von Anfang an schön. Alternativ Xyrarock oder Stewalin.
Für draußen: Weißzement oder Beton-Estrich mit weißem Quarzsand (1:3). Nicht in der Sonne aushärten lassen, etwas Geduld mitbringen – dann hält die Figur auch draußen.
Nicht geeignet für Latexformen: Epoxidharz/Resin, Wachs, Seife. Die Hitze beim Aushärten zerstört die Latexform.
FAQ
Welche Gießmasse ist am einfachsten für Anfänger?
Raysin von Rayher Hobby. Es lässt sich unkompliziert anrühren, fließt gut in die Form und ergibt ein sauberes Ergebnis – auch beim ersten Versuch.
Kann ich normalen Gips in eine Latexform gießen?
Möglich, aber nicht empfehlenswert. Normaler Bastelgips bricht bei filigranen Details leicht beim Entformen. Wenn Gips, dann Hartgips oder Dentalgips.
Wie lange muss ich warten bis ich entformen kann?
Bei Raysin, Xyrarock und Stewalin reichen oft 2–4 Stunden. Bei Beton und Weißzement mindestens 24 Stunden, besser länger.
Was ist der Unterschied zwischen Raysin 100 und 200?
Raysin 200 ist härter und stabiler – besser für filigrane Figuren mit dünnen Stellen. Raysin 100 ist etwas weicher. Die schwarze Variante heißt Raysin 250*.
Du hast noch Fragen zu einem bestimmten Material oder einer Figur? Schreib mir gern – ich helfe weiter.
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